Vorwandinstallation im Bad dokumentieren, bevor sie verschwindet
Nach dem Beplanken und Fliesen ist von der Vorwand nur noch die Oberfläche zu sehen. Wie SHK-Betriebe Leitungen, Elemente und Befestigungen vorher so festhalten, dass später niemand raten muss.
Zwei Jahre nach dem Einzug will der Kunde einen Handtuchhalter neben das WC schrauben. Er bohrt, trifft die Warmwasserleitung, und das frisch geflieste Bad steht unter Wasser. Dann klingelt bei Ihnen das Telefon: Wo genau verlaufen eigentlich die Leitungen in der Vorwand? Wer jetzt nur ein unscharfes Handyfoto hat, auf dem die Hälfte der Wand fehlt, kann diese Frage nicht beantworten.
Warum die Vorwand besonders dokumentiert werden sollte
In der Vorwand liegt auf engem Raum viel Technik: Trinkwasserleitungen kalt und warm, eventuell Zirkulation, Abwasser, Spülkasten, Befestigungen, im Einzelfall Strom für ein Dusch-WC oder eine Spiegelbeleuchtung. Nach dem Beplanken, Abdichten und Fliesen ist davon nichts mehr zu sehen. Gleichzeitig ist die Vorwand genau die Fläche, an der später Accessoires, Spiegel und Regale montiert werden.
Eine gute Dokumentation hilft dreifach:
- Dem Kunden, der wissen will, wo er bohren darf
- Ihrem Betrieb, wenn es um Gewährleistung oder spätere Umbauten geht
- Den Folgegewerken, also Trockenbauer, Fliesenleger und Elektriker
Der richtige Zeitpunkt
Die Aufnahme gehört in das Fenster zwischen fertiger Installation und Beplankung. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Druckprobe erfolgt sein, alle Elemente sitzen fest, und die Leitungen sind vollständig sichtbar. Wird die Aufnahme verpasst, ist sie nicht nachzuholen.
Bewährt haben sich drei Stände:
- Rohbau oder Bestand, bevor überhaupt etwas montiert wird
- Installation offen, nach Druckprobe und vor dem Beplanken
- Fertigstellung, nach Fliesen und Endmontage
Der mittlere Stand ist der wichtigste. Die beiden anderen geben ihm den Zusammenhang.
Was festgehalten werden sollte
Eine 360°-Aufnahme des Bads erfasst alle Wände auf einmal, also auch die Leitungen, die aus der Vorwand in den Nachbarraum oder in den Boden laufen. Ergänzend gehören an die Stelle:
- Anschlusshöhen von WC, Waschtisch, Dusche und Armaturen als Maß
- Leitungsverlauf mit Abständen zu Ecken, Boden und Elementkanten
- Befestigungspunkte der Vorwandelemente und Traversen
- Druckprobe mit Datum und Protokoll als angehängte Datei
- Fotos von Details, etwa der Verbindung zur Steigleitung oder dem Anschluss an die Fallleitung
- Abweichungen vom Plan mit kurzer Begründung als Notiz
Bei der Druck- oder Dichtheitsprüfung richten Sie sich nach den einschlägigen Regeln und Merkblättern für Trinkwasser- und Entwässerungsanlagen. Das Protokoll gehört zur Dokumentation, nicht in den Ordner im Büro.
Den Raum vergleichbar machen
Damit der Vergleich zwischen den Ständen funktioniert, sollte die Kamera bei jeder Aufnahme ungefähr am selben Punkt stehen, etwa in der Raummitte auf Brusthöhe. Dann lassen sich offene Installation und fertige Fliesen nebeneinander zeigen. Der Kunde sieht auf einen Blick, welche Leitung hinter welcher Fliese liegt.
Zusammenarbeit mit Elektro und Trockenbau
Im Bad arbeiten mehrere Gewerke auf engem Raum. Wenn der Elektriker eine Leitung für das Dusch-WC durch die Vorwand führt, gehört das in dieselbe Dokumentation. Der Trockenbauer sieht vor dem Beplanken, wo er nicht schrauben darf. Fragen zwischen den Gewerken lassen sich an der Stelle klären, statt über drei Telefonate.
Was das Team auf der Baustelle braucht
Damit die Aufnahme nicht vergessen wird, sollte sie ein fester Arbeitsschritt sein und kein Zusatz. Bewährt hat sich eine einfache Regel: Keine Freigabe zum Beplanken ohne Aufnahme des offenen Stands. Der Monteur nimmt nach der Druckprobe den Raum auf, setzt die wichtigsten Maße und meldet den Raum dann als fertig. Wer das ein paar Mal gemacht hat, braucht dafür kaum mehr als ein paar Minuten je Bad.
Übergabe an den Kunden
Bei der Übergabe bekommt der Kunde mehr als eine Mappe: einen Link zum Rundgang, in dem er die offene Installation sieht. Einfache Regeln helfen ihm im Alltag, etwa „im markierten Bereich nicht bohren“. Bei Unsicherheit ruft er vorher an, statt hinterher.
So hilft RaumFaktum 360
In RaumFaktum 360 legen Sie für jeden Bauabschnitt einen eigenen Begehungsstand an, zum Beispiel „Installation offen“ und „Fertigstellung“, und vergleichen beide nebeneinander. Maße, Notizen und Detailfotos sitzen an der Stelle im Panorama, das Druckprobenprotokoll hängen Sie als PDF an. Andere Gewerke und der Kunde arbeiten kostenlos im Browser mit; per Share-Link wählen Sie aus, welche Inhalte sichtbar sind.
Den Ablauf ansehen: Demo starten.
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