Architektur & Planung 4 Min. LesezeitRaumFaktum Rheinland

Baufortschritt dokumentieren: Begehungsstände gegen den Terminplan lesen

Ein Terminplan sagt, was fertig sein soll. Erst die Dokumentation zeigt, was fertig ist. Wie Sie Begehungsstände so anlegen, dass der Abgleich mit dem Terminplan in jeder Baubesprechung gelingt.

In der Baubesprechung steht der Terminplan an der Wand, und die Frage lautet jedes Mal gleich: Wo stehen wir? Der Rohbauer sagt, das zweite Obergeschoss sei durch. Der Elektriker sagt, er könne nicht anfangen, weil der Trockenbau fehle. Der Trockenbauer sagt, er warte auf die Installation. Wer die Antwort nicht aus eigener Anschauung belegen kann, moderiert eine Diskussion statt eine Besprechung.

Terminplan und Dokumentation gehören zusammen

Zur Objektüberwachung gehört nach HOAI unter anderem, einen Terminplan aufzustellen, fortzuschreiben und zu überwachen sowie den Bauablauf zu dokumentieren. In der Praxis werden beide Aufgaben oft getrennt erledigt: der Terminplan im Planungswerkzeug, die Dokumentation in Bautagebuch und Fotoordner. Der Abgleich zwischen Soll und Ist findet dann im Kopf der Bauleitung statt.

Nachvollziehbar wird der Fortschritt erst, wenn die Dokumentation so aufgebaut ist, dass sie sich neben den Terminplan legen lässt: gleicher Rhythmus, gleiche Bezeichnungen, gleiche Räume.

Begehungsstände im Takt des Terminplans

Ein Begehungsstand ist ein vollständiger Rundgang mit einem Panorama je Raum zu einem bestimmten Zeitpunkt. Damit er zum Terminplan passt, braucht er drei Eigenschaften:

  • Fester Rhythmus. Ein Stand je Baubesprechung oder je Woche, nicht nur dann, wenn etwas Besonderes passiert.
  • Sprechender Name. Datum und der laufende Vorgang aus dem Terminplan, zum Beispiel „KW 14 · Rohinstallation OG“. So findet man den Stand später über den Vorgang.
  • Vollständige Räume. Auch Räume, in denen laut Plan gerade nichts geschieht. Gerade dort zeigt sich, ob ein Gewerk früher fertig ist oder noch gar nicht begonnen hat.

Der Abgleich je Raum

Mit dem neuen Stand im Projekt beginnt der eigentliche Abgleich. Bewährt hat sich ein Vorgehen in vier Schritten:

  1. Vorgänge der Woche heraussuchen. Welche Gewerke sollen laut Terminplan in welchen Geschossen tätig oder fertig sein?
  2. Räume prüfen. Je Raum den aktuellen Stand öffnen und mit dem vorigen vergleichen. Der Versionsvergleich mit Schieberegler zeigt, was sich seit der letzten Begehung getan hat.
  3. Abweichungen festhalten. Wo ein Vorgang nicht im geplanten Umfang erkennbar ist, eine Notiz oder Aufgabe an die Stelle setzen, mit Gewerk und Frist.
  4. Terminplan fortschreiben. Die Abweichungen in Ihrem Terminplanungswerkzeug übernehmen und die Folgen für nachfolgende Gewerke prüfen.

Den Terminplan selbst führen Sie weiter dort, wo Sie ihn heute führen. Die Panoramen liefern den Nachweis, auf dem die Fortschreibung beruht.

Begehungspunkte als Raumcheckliste

Für wiederkehrende Prüfungen lohnt eine Checkliste je Raum: Sind die Leerrohre gesetzt, ist die Abdichtung im Bad fertig, ist die Unterkonstruktion der Decke geschlossen? Als Begehungspunkte im Rundgang angelegt, wird jeder Punkt beim Termin abgehakt, mit Foto und Notiz, wenn etwas fehlt. Die Liste zeigt danach auf einen Blick, wie weit ein Geschoss tatsächlich ist.

Belege für die Baubesprechung

In der Besprechung selbst helfen Panoramen mehr als Behauptungen. Statt zu diskutieren, ob der Trockenbau im zweiten Obergeschoss steht, öffnen Sie den Raum im aktuellen Stand und zeigen ihn. Unterschiedliche Sichtweisen der Gewerke lassen sich so oft in Minuten klären.

Auch für spätere Auseinandersetzungen um Behinderungen oder Verzögerungen ist eine lückenlose, datierte Dokumentation hilfreich. Wie solche Fragen vertraglich zu bewerten sind, sollte im Einzelfall mit einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht geklärt werden.

Den Bauherrn auf dem Laufenden halten

Bauherren wollen wissen, ob ihr Projekt im Plan ist, ohne jede Woche auf die Baustelle zu fahren. Ein Share-Link auf den aktuellen Stand, bei dem Sie festlegen, welche Inhalte sichtbar sind, beantwortet die Frage anschaulicher als ein Statusbericht. Interne Notizen zu Gewerken und Fristen bleiben dabei intern.

Typische Fehler beim Abgleich

  • Nur Problemräume aufnehmen. Dann fehlt später der Nachweis, dass andere Räume termingerecht fertig waren.
  • Wechselnde Standpunkte. Ohne feste Position je Raum ist der Vergleich zweier Stände mühsam.
  • Abweichungen nur mündlich besprechen. Was nicht an der Stelle festgehalten ist, ist beim nächsten Termin vergessen.

So hilft RaumFaktum 360

RaumFaktum 360 führt jede Begehung als Begehungsstand mit frei wählbarem Namen und einem Panorama je Raum. Der Versionsvergleich legt zwei Stände desselben Raums nebeneinander, Begehungspunkte bilden die Checkliste je Raum, Aufgaben tragen Gewerk, Verantwortlichen, Frist und Priorität. Notizen, Aufgaben und Freigaben lassen sich nach Begehungsstand filtern, Aufgaben- und Mängellisten als PDF oder CSV exportieren. Einen Terminplan führt RaumFaktum 360 nicht, er bleibt in Ihrem gewohnten Werkzeug.

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