Architektur & Planung 4 Min. LesezeitRaumFaktum Rheinland

Kostenermittlung nach DIN 276: das Raumbuch als Mengengrundlage

Kosten sind so belastbar wie die Mengen dahinter. Wie ein Raumbuch aus dem 360°-Rundgang Flächen, Ausstattung und Bauteile je Raum liefert, die Sie in der Kostenplanung nach DIN 276 weiterverwenden.

Die Kostenberechnung ist abgegeben, der Bauherr hat das Budget freigegeben, und drei Monate später fehlen im Bad zwei Waschtische, im Flur die Hälfte der Leuchten und im Dachgeschoss ein Raum, der im Plan noch als Abstellfläche geführt war. Selten liegt der Fehler in den Einheitspreisen. Meist liegt er in den Mengen, die irgendwann aus einem Plan gezählt und danach nicht mehr nachgeführt wurden.

Kostenermittlung in Stufen

Die DIN 276 gliedert die Kosten im Bauwesen in Kostengruppen, von der 100 für das Grundstück über die 300 und 400 für Baukonstruktionen und technische Anlagen bis zur 800 für die Finanzierung. Sie beschreibt außerdem Stufen der Kostenermittlung, die mit dem Planungsfortschritt genauer werden: vom Kostenrahmen über Kostenschätzung und Kostenberechnung bis zu Kostenvoranschlag, Kostenanschlag und Kostenfeststellung.

Die HOAI knüpft einzelne Leistungsphasen an diese Stufen, etwa die Kostenschätzung im Vorentwurf und die Kostenberechnung im Entwurf. Welche Fassung der Norm und welche Gliederungstiefe im Projekt gelten, ergibt sich aus Vertrag und Vereinbarung mit dem Bauherrn. Bei Fragen zur vertraglichen Bindung von Kostenangaben ist eine rechtliche Beratung sinnvoll.

Warum das Raumbuch die Mengen trägt

Je weiter die Planung fortschreitet, desto mehr Kosten hängen an Dingen, die je Raum entschieden werden: Bodenbeläge, Wandoberflächen, Sanitärobjekte, Elektroausstattung, Türen. Ein Raumbuch, das diese Ausstattung je Raum führt, ist deshalb die natürliche Mengengrundlage für die feineren Stufen der Kostenermittlung.

Das Problem ist die Pflege. Ein Raumbuch als Tabelle veraltet mit jeder Bemusterung, jeder Planänderung und jeder Entscheidung des Bauherrn, die in einer E-Mail getroffen wurde. Belastbar wird es erst, wenn es nicht nachgeführt, sondern abgeleitet wird.

Mengen dort erfassen, wo sie entstehen

Im 360°-Rundgang sitzt jede Ausstattung an ihrer Stelle im Raum: der Waschtisch an der Wand, die Steckdosenkombination neben der Tür, die Leuchte an der Decke, die freigegebene Fliese als Produktlink am Boden. Das Raumbuch ist dann eine Sicht auf diese Einträge, gruppiert nach Raum. Wird im Rundgang eine Leuchte ergänzt oder ein Waschtisch gestrichen, ändert sich die Menge mit.

Für die Kostenplanung bedeutet das:

  • Flächen je Raum werden einmal im Projekt hinterlegt und stehen im Raumbuch-Export zur Verfügung.
  • Bauteile mit Mengen ergeben sich aus dem, was im Rundgang gesetzt ist, und lassen sich als Bauteilliste exportieren.
  • Produkte mit Hersteller und Link zeigen, welche Qualität kalkuliert werden muss.
  • Freigabestatus zeigt, welche Positionen entschieden sind und wo noch eine Spanne bleibt.

Ein Ablauf für die Kostenberechnung

  1. Räume und Flächen anlegen. Raumstruktur nach Entwurf, Flächen je Raum aus der Flächenberechnung übernehmen.
  2. Ausstattung setzen. Bauteile und Produkte im Rundgang an der Stelle platzieren, im Neubau auf Grundlage des Rohbaus, im Umbau im Bestand.
  3. Exportieren. Raumbuch und Bauteilliste als CSV ausgeben.
  4. Zuordnen. In Ihrer Kostenplanung die Positionen den Kostengruppen zuordnen und mit Kostenkennwerten oder eigenen Preisen bewerten.
  5. Fortschreiben. Bei jeder Änderung im Rundgang den Export neu erzeugen und die Differenz in die Kostenkontrolle übernehmen.

Die Zuordnung zu Kostengruppen und die Bewertung bleiben Aufgabe des Planers. Das Raumbuch liefert die Mengen und den Nachweis, woher sie kommen.

Kostenkontrolle mit dem Bauherrn

Bauherren verstehen Kostenänderungen besser, wenn sie sehen, wodurch sie entstehen. Wer zeigen kann, dass die Kostensteigerung im Bad an der freigegebenen Armatur und dem zusätzlichen Handtuchheizkörper liegt, führt ein anderes Gespräch als mit einer reinen Summenliste. Die Freigabe mit Datum und Namen an der Stelle im Raum macht nachvollziehbar, wann welche Entscheidung getroffen wurde.

Grenzen der Ableitung

Nicht jede Kostengruppe lässt sich aus einem Raumbuch ableiten. Rohbau, Dach, Fassade, Außenanlagen und Baunebenkosten ermitteln Sie weiter über Bauteilmengen, Kostenkennwerte und eigene Erfahrung. Das Raumbuch stärkt vor allem die Positionen, die je Raum entschieden werden: Ausbau, Ausstattung und große Teile der technischen Anlagen. Gerade dort entstehen im Projektverlauf viele kleine Änderungen, die in der Summe ins Gewicht fallen und ohne Mengennachweis schwer zu erklären sind.

So hilft RaumFaktum 360

RaumFaktum 360 führt Bauteile, Produktlinks, Farbkarten und Freigaben je Raum im Panorama und erzeugt daraus das Raumbuch mit Flächen, offenen Punkten und Mängeln sowie die Bauteilliste mit Mengen, jeweils als CSV, filterbar nach Begehungsstand. Die Zuordnung zu Kostengruppen nach DIN 276 nehmen Sie in Ihrer gewohnten Kostenplanung vor. Bauherren sehen Ausstattung und Mengen, keine internen Preise.

Sehen Sie sich das Raumbuch im Musterprojekt an: Demo starten.

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