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Kundenfreigabe vor dem Schlitzen: erst bestätigen, dann stemmen

Ein Schlitz an der falschen Stelle kostet Nacharbeit und Nerven. Wie Elektro- und SHK-Betriebe die Lage von Dosen und Leitungen vor dem Stemmen vom Kunden bestätigen lassen.

Montagmorgen, Rohinstallation im Wohnzimmer. Der Monteur hat die Dosen nach Plan angezeichnet und die Schlitze gefräst. Am Mittwoch kommt die Bauherrin vorbei und ist entsetzt: Der Fernseher kommt doch an die andere Wand, das hatte sie dem Chef am Telefon gesagt. Jetzt sind die Schlitze da, die Dosen müssen versetzt werden, und die Frage, wer die Mehrarbeit bezahlt, ist offen.

Warum die Freigabe vor dem Schlitzen kommt

Solange nur angezeichnet ist, kostet eine Änderung einen Bleistiftstrich. Sobald gefräst oder gestemmt ist, kostet sie Arbeitszeit, Material und Putzarbeiten. Dazu kommt Staub, Lärm und manchmal Ärger mit dem Trockenbauer oder Putzer, der seinen Termin verschieben muss.

Der Zeitpunkt für die letzte Abstimmung ist deshalb klar: nach dem Anzeichnen, vor dem ersten Schlitz. Das gilt für Elektro genauso wie für SHK, wo Vorwände, Anschlusshöhen und Leitungswege für Heizung und Wasser festgelegt werden.

Was der Kunde freigeben sollte

Nicht jedes Detail braucht eine Unterschrift. Freigeben sollte der Kunde alles, was er im fertigen Raum sieht oder benutzt:

  • Lage von Steckdosen, Schaltern und Auslässen, mit Höhe und Abstand zu Türen und Ecken
  • Anzahl je Stelle, also Einfach-, Zweifach- oder Dreifachkombination
  • Leuchtenauslässe an Decke und Wand
  • Anschlüsse für Geräte wie Herd, Waschmaschine, Wallbox oder Außenbeleuchtung
  • Im Bad Höhe von WC, Waschtisch und Armaturen, Lage der Dusche

Technische Details wie Leitungsquerschnitte oder die Aufteilung der Stromkreise sind Sache des Fachbetriebs. Der Kunde muss nicht verstehen, welcher Schutzschalter wofür zuständig ist.

Der Ablauf in der Praxis

  1. Planung im Raum setzen. Jede Dose und jeder Auslass sitzt im 360°-Panorama an der Wand, an der er später montiert wird. Das ist für Laien verständlicher als jeder Grundriss.
  2. Freigabe anfordern. Für jede Stelle, über die der Kunde entscheiden soll, fordern Sie eine Freigabe an.
  3. Kunde prüft in Ruhe. Er öffnet den Rundgang im Browser, schaut sich jeden Raum an und stimmt zu oder lehnt mit einem Kommentar direkt an der Stelle ab.
  4. Änderungen einarbeiten. Wünsche werden in die Planung übernommen, die geänderten Stellen gehen erneut zur Freigabe.
  5. Erst dann schlitzen. Der Monteur arbeitet nach dem freigegebenen Stand.

Wichtig ist, dass zwischen Freigabe und Ausführung niemand mehr mündlich ändert. Wer am Telefon einen Wunsch entgegennimmt, trägt ihn in die Planung ein und holt die Freigabe dafür ein.

Freigabe mit Zeitstempel statt Telefonnotiz

Der Unterschied zur mündlichen Abstimmung liegt in der Nachvollziehbarkeit. Eine Freigabe mit Datum, Name und Stelle zeigt, was der Kunde wann bestätigt hat. Kommt später der Satz „Das hatte ich aber anders gesagt“, liegt der bestätigte Stand vor. Ändert sich der Wunsch nach der Freigabe, ist klar, dass es sich um eine Änderung handelt und nicht um einen Fehler des Betriebs.

Ob und wie solche Änderungen vergütet werden, hängt vom Vertrag ab. Bei rechtlichen Fragen zu Nachträgen und Mehrkosten wenden Sie sich an eine Fachanwältin oder Ihren Verband.

Den Kunden nicht überfordern

Eine Freigabe mit hundert Einzelpunkten wird selten gründlich geprüft. Stellen Sie die Planung lieber in sinnvollen Abschnitten zur Freigabe, etwa zuerst Wohnräume, dann Küche und Bad. Ein kurzer Hinweis, worauf der Kunde achten soll, hilft ebenfalls: Möbelstellung, Höhen, Anzahl der Steckdosen. Je klarer die Frage, desto belastbarer die Antwort.

Der Monteur sieht den freigegebenen Stand

Die Freigabe nützt nur, wenn sie auf der Baustelle ankommt. Der Monteur sollte nicht mit einem ausgedruckten Plan von letzter Woche arbeiten, sondern mit dem Stand, den der Kunde bestätigt hat. Am einfachsten öffnet er den Rundgang auf dem Tablet und sieht an jeder Wand, was dorthin gehört und ob es freigegeben ist.

So hilft RaumFaktum 360

In RaumFaktum 360 setzen Sie Steckdosen, Schalter, Leuchten oder Waschtische als Bauteile an die Stelle im Panorama. Der Bauherr sieht Bauteil und Menge, aber keine Preise, und bestätigt Freigaben kostenlos im Browser; Entscheidungen werden mit Datum und Namen gespeichert, Kommentare sitzen an der Stelle. Als PDF exportieren Sie den Planungsstand mit Ansichten je Eintrag für alle, die lieber auf Papier schauen.

Freigaben im Musterprojekt ausprobieren: Demo starten.

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