Vom Rundgang zur Materialliste: Bauteile setzen statt Tabellen tippen
Eine Steckdose ist nie nur eine Steckdose. Wie Materialsets aus einem Klick im Panorama eine vollständige Position machen, inklusive Leitungsweg und Arbeitszeit.
Wer schon einmal eine Elektroinstallation kalkuliert hat, weiß, dass hinter der Zeile „Steckdose, 3-fach“ eine ganze Liste steckt: drei Dosen, ein Dreifachrahmen, Einsätze, Befestigungsmaterial, der Schlitz in der Wand, das Kabel bis zur Verteilung, die Arbeitszeit für Schlitzen, Verlegen, Anschließen. Wer das je Position von Hand aufschreibt, braucht Stunden und vergisst trotzdem etwas.
Das Materialset als Grundeinheit
Der Kern der Idee ist einfach: Jedes Bauteil, das man im Raum setzen kann, bringt sein eigenes Set an Positionen mit. Für die Steckdose sind das Dose, Einsatz, Rahmen, Leitung, Schlitzarbeit und Montagezeit. Für den Spot sind es Einbaugehäuse, Leuchtmittel, Zuleitung und Anschluss. Für den Waschtisch Eckventile, Siphon, Befestigung, Arbeitszeit für Montage und Anschluss.
Das Set ist nicht starr. Es reagiert auf die Umstände:
- Wandaufbau. In der Massivwand kommt der Schlitz dazu, in der Trockenbauwand die Hohlwanddose, bei Aufputz der Kanal.
- Ausführung. Eine Steckdose mit NYM-J 5×2,5 für spätere Schaltbarkeit kostet anderes Kabel als eine mit 3×1,5. Ein KNX-Taster ist etwas anderes als ein Wechselschalter.
- Menge. Die zweite und dritte Dose an derselben Stelle teilen sich Rahmen und Leitungsweg. Ein Set, das das nicht berücksichtigt, rechnet zu viel.
- Leitungsweg. Zwanzig Meter bis zur Verteilung sind zwanzig Meter Kabel und zwanzig Meter Schlitz, oder Leerrohr im Estrich, je nach Abschnitt.
Lichtgruppen und Verteilungen
Bei der Beleuchtung wird es interessanter. Der erste Spot einer Lichtgruppe braucht die Zuleitung von der Verteilung und die Schaltstelle. Der zweite Spot derselben Gruppe braucht nur die Brücke zum ersten. Bei DALI kommt einmal je Verteilung das Gateway dazu, nicht je Leuchte. Wer das im Set abbildet, bekommt eine Kalkulation, die der Realität entspricht, statt eines aufgeblähten Angebots, das den Kunden zum Wettbewerber treibt.
Am Ende der Kette steht die Verteilung selbst: Sicherungsautomaten, FI-Schutzschalter, Aktoren, Reihenklemmen, Verteilergröße. Auch das lässt sich aus den gesetzten Bauteilen ableiten, wenn jedes Bauteil weiß, an welchem Stromkreis und an welcher Unterverteilung es hängt.
Der Bauherr sieht die Steckdose, nicht den Preis
Ein häufiger Einwand: „Wenn der Kunde meine Positionen sieht, holt er sich damit ein Vergleichsangebot.“ Das ist berechtigt und muss technisch gelöst sein. Der Bauherr sollte sehen, dass an dieser Wand drei Steckdosen geplant sind, und das freigeben können. Positionen, Mengen und Preise gehören in den Betrieb. Eine Freigabe von Details an den Kunden darf nur bewusst erfolgen.
Eigene Preise, echte Preise
Materialsets mit Richtwerten sind ein Anfang. Belastbar wird die Kalkulation mit den eigenen Stundensätzen je Gewerk und den Einkaufspreisen des Großhändlers. Die meisten Großhändler liefern Preislisten als DATANORM-Datei. Einmal importiert, hängt jede Position am aktuellen Artikelpreis, und ein Preisupdate ist ein erneuter Import statt einer Nacht mit der Tabelle.
So hilft RaumFaktum 360
RaumFaktum 360 bringt einen Standardkatalog mit Materialsets für Elektro, Sanitär, Heizung, Trockenbau, Maler und Boden mit, inklusive Kombinationen, Ausführungen, Wandaufbau je Raum, Leitungsweg in Abschnitten und Lichtgruppen. Sie kopieren Bauteile in Ihren Firmenkatalog, hinterlegen Stundensätze und importieren die DATANORM-Datei Ihres Großhändlers. Bauteile setzen Sie im Panorama, die Materialliste und die Kalkulation je Gewerk stehen unter „Material & Leistungen“. Bauherren sehen Bauteile und Mengen, Preise nur Inhaber und Admins.
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