Prüfprotokoll und Messwerte dem Raum zuordnen
Ein Prüfprotokoll nennt Stromkreise, aber nicht die Stelle, an der gemessen wurde. Wie Elektrobetriebe Erstprüfung und Wiederholungsprüfung so dokumentieren, dass Befunde später auffindbar sind.
Das Prüfgerät hat die Messwerte gespeichert, die Software erzeugt ein ordentliches Protokoll: Stromkreis 7, Isolationswiderstand in Ordnung, Schleifenimpedanz in Ordnung, Auslösezeit des RCD gemessen. Zwei Jahre später ruft der Kunde an, weil der FI im Bad auslöst. Der Kollege, der hinfährt, hält das Protokoll in der Hand und fragt sich: Welche Steckdosen hängen eigentlich an Stromkreis 7? Und an welcher Dose wurde damals gemessen?
Was die Prüfung verlangt und was das Protokoll nicht zeigt
Nach der Errichtung oder Erweiterung einer elektrischen Anlage ist vor der Inbetriebnahme eine Erstprüfung durchzuführen, beschrieben in DIN VDE 0100-600: Besichtigen, Erproben und Messen, mit Dokumentation der Ergebnisse. Wiederholungsprüfungen bestehender Anlagen folgen anderen Regeln, etwa DIN VDE 0105-100 und bei gewerblich genutzten Anlagen den Vorgaben der DGUV Vorschrift 3. Welche Fristen und Prüfumfänge im Einzelfall gelten, klären Sie anhand der aktuellen Normen und gegebenenfalls mit Ihrer Innung oder einem Sachverständigen.
Das Protokoll selbst ist stromkreisbezogen. Es sagt, dass ein Stromkreis die Anforderungen erfüllt. Es sagt nicht, wo im Gebäude seine Verbraucher sitzen, und es zeigt nicht, wie der Zustand der Anlage bei der Prüfung aussah. Genau diese Lücke macht spätere Fehlersuche und Wiederholungsprüfungen mühsam.
Stromkreise eindeutig benennen
Die Grundlage ist eine Bezeichnung, die überall gleich ist: im Verteiler, im Prüfprotokoll, im Klemmenplan und in der Dokumentation vor Ort. Wenn der Stromkreis im Protokoll „F7“ heißt, im Verteiler „Bad OG“ und im Kopf des Monteurs „die Steckdosen links“, passt nichts zusammen.
Bewährt hat sich:
- Eine Kennung je Stromkreis, die im Verteiler, im Klemmenplan und im Prüfprotokoll identisch ist
- Zuordnung jeder Steckdose und jedes Auslasses zu genau einem Stromkreis bereits in der Planung
- Beschriftung der Verteilung aus derselben Liste, nicht von Hand am Ende
Das Protokoll an die Verteilung heften
Das Prüfprotokoll gehört dorthin, wo es gebraucht wird: an die Verteilung. Wer später vor dem Verteiler steht, ob im Gebäude oder im 360°-Rundgang, sollte mit einem Griff das aktuelle Protokoll öffnen können.
Ein praktischer Ablauf bei der Erstprüfung:
- Verteilung im Rundgang öffnen. Eine Notiz an den Verteiler setzen und das Prüfprotokoll als PDF anhängen.
- Foto des geöffneten Verteilers mit Beschriftung zum Prüfzeitpunkt dazulegen.
- Auffälligkeiten an der Stelle notieren. Wenn an einer bestimmten Dose ein Wert grenzwertig war oder nachgearbeitet wurde, gehört die Notiz an diese Dose, nicht nur ins Protokoll.
- Nacharbeiten als Aufgabe. Was korrigiert werden muss, wird eine Aufgabe mit Frist und Foto vom behobenen Zustand.
- Begehungsstand abschließen. Der Stand „Fertigstellung“ mit Protokoll ist der Ausgangspunkt für alle späteren Prüfungen.
Wiederholungsprüfung mit dem Stand von damals
Bei der Wiederholungsprüfung zahlt sich die Zuordnung aus. Der Prüfer sieht im Rundgang, welche Verbraucher an welchem Stromkreis hängen, öffnet das Protokoll der letzten Prüfung an der Verteilung und vergleicht. Hat sich seitdem etwas geändert, etwa eine zusätzliche Steckdose oder ein neuer Verbraucher, wird das als neuer Begehungsstand festgehalten. Das neue Protokoll kommt an dieselbe Stelle, das alte bleibt im früheren Stand erhalten.
Auch für die Fehlersuche ist das hilfreich: Löst der FI im Bad aus, zeigt die Planung sofort, welche Stromkreise an diesem Schutzschalter hängen und wo deren Verbraucher sitzen.
Typische Fehler
- Prüfprotokoll nur in der Software des Prüfgeräts, nicht beim Projekt abgelegt
- Stromkreisnummern im Protokoll weichen von der Beschriftung im Verteiler ab
- Nacharbeiten werden erledigt, aber nicht dokumentiert
- Änderungen an der Anlage nach der Prüfung ohne neuen Stand
So hilft RaumFaktum 360
In der Elektroplanung von RaumFaktum 360 ordnen Sie jedes Bauteil einem Stromkreis und einer Verteilung zu; Klemmenplan und Verteilerplan entstehen aus denselben Daten, als CSV oder PDF. Das Prüfprotokoll hängen Sie als PDF an eine Notiz am Verteiler, Befunde und Nacharbeiten setzen Sie als Notiz oder Aufgabe mit Foto an die betroffene Stelle. Jeder Begehungsstand bleibt als Version erhalten. Messwerte selbst erfasst weiterhin Ihr Prüfgerät mit seiner Software.
Den Ablauf ansehen: Demo starten.
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