Rohbau dokumentieren, bevor Decken und Wände geschlossen werden
Abgehängte Decken und Vorwandinstallationen verstecken alles, was dahinter liegt. Wann der letzte vollständige Blick sein muss und wie er aussieht.
Es gibt in jedem Bauablauf Momente, nach denen Informationen unwiederbringlich verloren sind: der Estrich über der Fußbodenheizung, die abgehängte Decke über den Lüftungskanälen, die Vorwand vor der Sanitärinstallation, der Putz über den Elektroleitungen. Was vor diesen Momenten nicht dokumentiert ist, wird später mit Wärmebildkamera, Leitungssucher oder Stemmhammer gesucht.
Die kritischen Stände
Für die Dokumentation sind nicht alle Begehungen gleich wichtig. Fünf Stände sollten in keinem Projekt fehlen:
- Rohbau fertig, vor Installationsbeginn. Wände, Decken, Durchbrüche, Schlitze im Rohzustand.
- Rohinstallation fertig, vor Putz. Alle Leitungen, Dosen, Rohre, Kanäle sichtbar an der Wand.
- Deckeninstallation fertig, vor dem Schließen. Lüftung, Elektro, Sprinkler oberhalb der abgehängten Decke.
- Fußbodenaufbau, vor Estrich. Heizkreise, Leerrohre, Dämmung, Randstreifen.
- Vorwandinstallation, vor der Beplankung. Sanitärleitungen, Spülkästen, Befestigungen.
Jeder dieser Stände ist ein eigener Rundgang mit allen betroffenen Räumen.
Warum die Vollständigkeit entscheidet
Bei Einzelfotos entscheidet der Fotograf, was wichtig ist. Bei der Deckeninstallation ist das gefährlich: Der Lüftungsstrang wird fotografiert, die Elektroleitung daneben nicht, und genau die wird zehn Jahre später beim Einbau einer Leuchte getroffen. Ein 360°-Panorama je Raum nimmt die Auswahl aus dem Prozess. Es zeigt alles, auch das, woran beim Fotografieren niemand dachte.
Aufnahme der Deckenebene
Für Decken lohnt ein zweiter Standpunkt: Die Kamera auf ein Stativ in Deckennähe, unterhalb der Installationsebene, mit Blick in den Hohlraum. Ein Panorama von dort zeigt Kanalführungen und Kreuzungen, die von unten verdeckt sind. Im Rundgang wird dieser Standpunkt als eigener Raum oder als Hotspot im Hauptraum abgelegt.
Notizen, die den Weg zeigen
Neben der Aufnahme lohnen Notizen an den Stellen, die später gesucht werden: Revisionsöffnungen, Absperrventile, Verteiler, Übergabepunkte. Eine Notiz „Absperrung Kaltwasser OG hinter dieser Revisionsklappe“ an der Stelle im Panorama erspart Jahre später die Suche. Maßlinien von Wand zu Leitung ergänzen, was das Bild allein nicht liefert.
Übergabe an den Bauherrn
Diese Stände sind Teil der Objektdokumentation zur Übergabe. Der Bauherr bekommt nicht einen Ordner mit Fotos, sondern den Zugang zu den Rundgängen, den er behält. Für die spätere Bewirtschaftung, für Umbauten, für den Verkauf ist das mehr wert als jeder Revisionsplan, und der Revisionsplan bleibt trotzdem nötig.
So hilft RaumFaktum 360
RaumFaktum 360 führt jeden Bautenstand als eigene Version mit einem Panorama je Raum, erlaubt Notizen, Maße und Fotos an der Stelle und den Vergleich zweier Stände nebeneinander. Bauherren behalten den Zugang, Exporte als PDF und ZIP sichern die Dokumentation unabhängig vom Werkzeug.
Sehen Sie den Versionsvergleich im Musterprojekt: Demo starten.
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