Die Abnahme vorbereiten: Was Bauherren vorher tun sollten
Die Abnahme ist der wichtigste Termin des Bauprojekts. Wie Sie sich mit einem eigenen Rundgang vorbereiten, damit nichts übersehen wird.
Bei der Abnahme erklären Sie als Bauherr, dass die Leistung im Wesentlichen vertragsgemäß erbracht ist. Ab diesem Moment beginnen Fristen, und die Beweislast verschiebt sich. Deshalb ist die Vorbereitung wichtiger als der Termin selbst. Wer erst beim Rundgang mit dem Bauleiter anfängt zu schauen, übersieht die Hälfte.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt die praktische Vorbereitung. Zur rechtlichen Bedeutung der Abnahme, zu Fristen und zu Vorbehalten beraten Sachverständige und Fachanwälte.
Vorher allein durchs Haus
Gehen Sie einige Tage vor dem Termin allein oder mit einer Person Ihres Vertrauens durch jeden Raum. Ohne Zeitdruck, bei Tageslicht, mit einer Liste. Prüfen Sie je Raum dieselben Punkte, damit Sie nichts auslassen:
- Wände und Decken: Risse, Flecken, unebene Stellen, Farbunterschiede
- Böden: Kratzer, Fugen, Höhenversatz, Übergänge
- Fenster und Türen: schließen sie sauber, sind Dichtungen und Beschläge in Ordnung
- Elektro: jede Steckdose und jeder Schalter funktioniert, Position wie vereinbart
- Sanitär: Wasser läuft, nichts tropft, Abflüsse funktionieren, Fugen geschlossen
- Heizung: alle Heizkörper werden warm, Thermostate funktionieren
Mängel an die Stelle
Ein Mangel auf einer Liste ist schwer zu finden. „Kratzer im Parkett Wohnzimmer“ kann überall sein. Notieren Sie Mängel an der Stelle: als Markierung im 360°-Rundgang des Raums, mit Foto und kurzer Beschreibung. Beim Termin zeigen Sie dem Bauleiter dann nicht eine Liste, sondern die Stelle, und er sieht auf dem Tablet dasselbe.
Mit den früheren Ständen vergleichen
Wenn Ihr Betrieb oder Planer mit Begehungsständen gearbeitet hat, nutzen Sie sie. Der Vergleich zwischen der Freigabe im Frühjahr und dem fertigen Raum zeigt, ob die vereinbarte Steckdose an der vereinbarten Stelle sitzt. Wenn Sie etwas freigegeben haben, ist das kein Mangel; wenn etwas anders gebaut wurde als freigegeben, schon.
Zum Termin mitbringen
Zur Abnahme gehören Ihre Mängelliste mit Ort und Foto, die freigegebenen Entscheidungen und eine ruhige Haltung. Mängel, die Sie benennen, werden protokolliert und behoben. Wichtig ist, dass alles, was Sie gesehen haben, im Protokoll steht. Was nicht drinsteht, gilt als nicht beanstandet.
Nach der Abnahme
Die Mängelliste ist nach der Abnahme nicht erledigt, sondern der Arbeitsauftrag. Behalten Sie den Überblick, welcher Punkt offen, in Arbeit oder erledigt ist, und lassen Sie sich Erledigtes mit Foto bestätigen. Und bewahren Sie die Dokumentation auf; sie ist auch Jahre später noch wertvoll.
So hilft RaumFaktum 360
Wenn Ihr Betrieb oder Planer mit RaumFaktum 360 arbeitet, sehen Sie alle Begehungsstände Ihres Hauses im Browser, setzen Mängel als Aufgabe mit Foto an die Stelle, verfolgen den Status und exportieren die Mängelliste als PDF für den Termin. Ihre Freigaben aus der Planungsphase sind mit Datum hinterlegt.
Zeigen Sie Ihrem Betrieb die Demo, wenn er noch nicht so arbeitet.
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