Architektur & Planung 4 Min. LesezeitRaumFaktum Rheinland

Aufnahmestandard im Büro: So werden 360°-Aufnahmen vergleichbar

Wenn jeder im Büro anders aufnimmt, taugen die Rundgänge nur als Bildersammlung. Ein kurzer Aufnahmestandard sorgt dafür, dass Stände vergleichbar sind und jeder Kollege sich sofort zurechtfindet.

Die erste 360°-Kamera im Büro wird meist von einer Person eingeführt, die sich dafür begeistert. Ein halbes Jahr später nehmen fünf Kolleginnen und Kollegen auf, jeder mit eigenen Gewohnheiten: mal aus der Ecke, mal auf Augenhöhe, mal vom Stativ, mal aus der Hand, die Räume heißen einmal „Bad OG“ und einmal „R 2.04“. Die Aufnahmen sind einzeln brauchbar, aber sie passen nicht zusammen. Wer zwei Stände vergleichen oder sich in einem fremden Projekt orientieren will, verliert Zeit. Ein schriftlicher Aufnahmestandard von einer Seite löst das Problem dauerhaft.

Warum ein Standard sich lohnt

Der Wert einer 360°-Dokumentation entsteht nicht in der einzelnen Aufnahme, sondern in der Reihe. Erst wenn derselbe Raum zu verschiedenen Zeitpunkten vom selben Punkt aus aufgenommen ist, zeigt der Vergleich, was sich verändert hat. Erst wenn die Räume in jedem Projekt gleich benannt sind, findet sich die Vertretung ohne Rückfrage zurecht. Und erst wenn klar ist, wann aufgenommen wird, fehlt nicht ausgerechnet der Stand vor dem Verschließen der Installationsebene.

Ein Standard beantwortet deshalb drei Fragen: Wie wird aufgenommen? Wie wird benannt und abgelegt? Wann wird aufgenommen?

Wie aufgenommen wird

Für die Technik vor Ort genügen wenige, verbindliche Regeln:

  1. Standpunkt in der Raummitte, bei langen Fluren und L-förmigen Räumen ein zweiter Standpunkt. Der Standpunkt wird beim ersten Stand gewählt und danach beibehalten. Eine kleine Markierung auf dem Rohboden oder eine Notiz zum Abstand von zwei Wänden hilft beim nächsten Termin.
  2. Gleiche Kamerahöhe, etwa 1,50 bis 1,60 m vom Stativ. Aufnahmen aus der Hand verzerren Böden und Decken und lassen sich schlechter vergleichen.
  3. Licht einschalten, Türen öffnen. Offene Türen zeigen den Zusammenhang zum Nachbarraum, gutes Licht macht Leitungen und Anschlüsse lesbar.
  4. Selbst aus dem Bild gehen. Wer hinter einer Tür oder im Nachbarraum steht, muss später nichts unkenntlich machen.
  5. Ein Raum, eine Aufnahme je Stand. Zusätzliche Detailfotos gehören als Anhang an die Stelle, nicht als weiteres Panorama.

Wie benannt und abgelegt wird

Die Struktur eines Projekts sollte in allen Projekten des Büros gleich aufgebaut sein: Liegenschaft, Etage, Raum. Für die Raumnamen hat sich eine Kombination bewährt, die sowohl Planer als auch Bauherren verstehen, etwa die Raumnummer aus dem Plan und eine Alltagsbezeichnung: „2.04 Bad“. Der Standard legt fest, welche Schreibweise gilt, damit Suche und Raumbuch funktionieren.

Begehungsstände tragen einen Namen, der die Bauphase nennt, und das Aufnahmedatum. Wer in RaumFaktum 360 einen Stand anlegt, ordnet ihm zusätzlich eine Phase zu, zum Beispiel Bestand, Abbruch, Rohbau, Installation, Ausbau oder Fertig. Die Panoramen werden per Sammel-Upload den Räumen zugeordnet. Nach dem Upload legen Sie für jedes Panorama die Startansicht fest: Der Rundgang öffnet dann dort, wo im Raum das Wesentliche passiert, und nicht an einer leeren Wand.

Gehört ein Grundriss zum Projekt, wird er je Etage hochgeladen und jeder Raum einmal darauf positioniert. Mit dem Kompass in der Mini-Map richten Sie den Sichtkegel einmal je Panorama aus, damit die Blickrichtung im Plan stimmt. Wie wichtig das für Beteiligte ohne Ortskenntnis ist, beschreibt der Beitrag Orientierung im Rundgang.

Wann aufgenommen wird

Der dritte Teil des Standards ist ein Aufnahmeplan je Projekttyp. Für einen Umbau im Bestand kann er so aussehen:

| Zeitpunkt | Anlass | | --- | --- | | Erste Ortsbesichtigung | Bestand vor jeder Planung | | Nach dem Rückbau | freigelegte Konstruktion, Befunde | | Rohinstallation | Leitungen vor Putz, Estrich und Beplankung | | Vor dem Schließen von Decken und Vorwänden | letzter Blick auf die Installationsebene | | Abnahme | übergebener Zustand Raum für Raum |

Im Neubau kommen Bodenplatte und Rohbau hinzu. Wichtig ist, dass der Aufnahmeplan im Bauzeitenplan auftaucht. Dann erinnert nicht das Gedächtnis der Bauleitung an den Termin, sondern der Plan.

Den Standard einführen

Ein Standard, den niemand kennt, existiert nicht. Bewährt hat sich ein kurzes Vorgehen:

  • Eine Seite schreiben, nicht zehn. Wer mehr Regeln braucht, hat meist zu viele.
  • Ein Musterprojekt anlegen, in dem der Standard sichtbar umgesetzt ist, und neue Kollegen dort einweisen.
  • Eine Person benennen, die neue Projekte in den ersten Wochen kurz prüft: Raumnamen, Startansichten, Phasen.
  • Nach drei Monaten überarbeiten. Was sich auf der Baustelle nicht bewährt hat, fliegt raus.

Zum Standard gehört auch der Datenschutz. Auf Baustellen und im bewohnten Bestand geraten Personen, Kennzeichen oder Unterlagen ins Bild. Der Standard sollte festlegen, wer solche Stellen prüft und unkenntlich macht, bevor Externe den Rundgang sehen. In RaumFaktum 360 geschieht das direkt in der Liste des Begehungsstands; die Änderung ersetzt alle Bildgrößen dauerhaft.

So hilft RaumFaktum 360

RaumFaktum 360 gibt die Struktur vor, die ein Aufnahmestandard braucht: Liegenschaften, Etagen und Räume, Begehungsstände mit Phase und Datum, Sammel-Upload, Startansicht je Panorama, Grundriss mit Mini-Map und Sichtkegel sowie Unkenntlichmachen im Bild. Jeder Stand bleibt als eigene Version erhalten und lässt sich mit dem vorherigen vergleichen. Einen Überblick gibt die Funktionsübersicht.

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