Wallbox-Vor-Ort-Check: Leitungsweg und Montageort dokumentieren
Ob eine Wallbox einfach oder aufwendig wird, entscheidet sich am Leitungsweg. Was Elektrobetriebe beim Vor-Ort-Check prüfen und wie sie den Weg vom Zählerschrank zur Garage festhalten.
Die Anfrage klingt einfach: „Wir hätten gern eine Wallbox in der Garage.“ Am Telefon lässt sich der Preis kaum nennen, denn zwischen Zählerschrank und Stellplatz kann alles liegen. Ein Meter durch die Wand oder zwanzig Meter durch Keller, Hauswirtschaftsraum und Erdreich. Wer ohne Termin anbietet, kalkuliert ins Blaue. Wer mit Termin anbietet, sollte den Termin so nutzen, dass er nicht wiederholt werden muss.
Was den Aufwand einer Wallbox bestimmt
Die Wallbox selbst ist meist der kleinere Teil. Den Unterschied machen die Bedingungen vor Ort:
- Zählerschrank und Verteilung. Ist Platz für zusätzliche Schutzorgane? Entspricht der Zählerplatz den aktuellen Anforderungen, oder steht eine Erneuerung im Raum?
- Leitungslänge und Verlegeart. Aufputz im Keller, Leerrohr, Kabelkanal, Erdverlegung zur freistehenden Garage.
- Durchbrüche. Wände, Decken, Brandabschnitte, Außenwand mit Abdichtung.
- Montageort. Wandbeschaffenheit, Abstand zum Stellplatz, Schutz vor Anfahren, Witterung.
- Netzwerk und Steuerung. WLAN- oder LAN-Anbindung, Einbindung einer PV-Anlage oder eines Energiemanagements.
Ladeeinrichtungen sind beim Netzbetreiber anzumelden, ab einer bestimmten Leistung ist zusätzlich dessen Zustimmung nötig. Die Details regeln die technischen Anschlussbedingungen des jeweiligen Netzbetreibers; prüfen Sie diese vor dem Angebot.
Checkliste für den Termin
- Zählerschrank öffnen und fotografieren. Bestückung, freie Plätze, Hauptleitung, vorhandene Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen.
- Leitungsweg ablaufen. Vom Zählerschrank bis zum Montageort, Raum für Raum.
- Jeden Abschnitt einordnen. Massivwand, Trockenbau, Aufputz, Estrich oder Erdreich, jeweils mit Länge.
- Durchbrüche markieren. Wo wird gebohrt, wie dick ist die Wand, gibt es Leitungen in der Nähe?
- Montageort festlegen. Mit dem Kunden zusammen, Höhe und Abstand zum Stellplatz messen.
- Netzwerk prüfen. Reicht das WLAN in der Garage, oder ist eine Leitung nötig?
- Besonderheiten notieren. Feuchte, Frost, Anfahrschutz, Zugang für spätere Wartung.
Den Leitungsweg festhalten statt skizzieren
Auf dem Notizblock wird der Leitungsweg zu einer Linie mit ein paar Zahlen. Im Büro fragt man sich dann, ob die sechs Meter im Keller schon die Strecke an der Decke entlang enthielten. Besser ist eine 360°-Aufnahme jedes Raums, durch den die Leitung läuft. Der Weg lässt sich dann im Panorama nachvollziehen: wo die Leitung die Wand verlässt, wo sie an der Decke entlangläuft, wo der Durchbruch sitzt.
An die entscheidenden Stellen gehören:
- Maße, etwa Wandstärke am Durchbruch und Länge je Raum
- Notizen wie „Kabelkanal neben vorhandenem Abwasserrohr, Abstand beachten“
- Fotos von Details, die im Panorama zu klein sind, etwa das Typenschild der Hauptsicherung
Vom Check zum Angebot
Mit dem dokumentierten Leitungsweg lässt sich das Angebot im Büro sauber aufbauen. Die Wallbox wird als Bauteil am Montageort gesetzt, der Leitungsweg mit seinen Abschnitten und Verlegearten hinterlegt. Daraus ergeben sich Leitungslänge, Befestigungsmaterial und Montagezeit. Bekommt die Wallbox einen eigenen Stromkreis, gehören die zugehörigen Schutzorgane in die Verteilung.
Wichtig ist, Unsicherheiten offen zu benennen. Wenn unklar ist, ob der Zählerschrank erneuert werden muss, gehört das als Hinweis oder Eventualposition ins Angebot und nicht als stille Reserve in den Preis.
Fotos vom Zählerschrank richtig machen
Beim Zählerschrank lohnt sich Sorgfalt. Fotografieren Sie ihn geschlossen und geöffnet, mit lesbaren Beschriftungen und Typenschildern. Halten Sie fest, ob Plombe und Abdeckungen vollständig sind und wie viel Platz im Unterverteiler bleibt. Diese Bilder entscheiden später oft darüber, ob ein Umbau des Zählerplatzes nötig wird.
Kunde und Monteur sehen denselben Weg
Der dokumentierte Leitungsweg hilft auch nach dem Auftrag. Der Kunde sieht vorab, wo gebohrt wird und wo der Kabelkanal sichtbar bleibt. Der Monteur, der zur Montage fährt, war vielleicht nicht beim Vor-Ort-Termin. Er öffnet den Rundgang und kennt den Weg, bevor er das Haus betritt.
So hilft RaumFaktum 360
In RaumFaktum 360 setzen Sie die Wallbox als Bauteil an den Montageort im Panorama und hinterlegen den Leitungsweg mit Abschnitten für Massivwand, Trockenbau, Aufputz und Estrich. Die Elektroplanung sieht für die Wallbox einen eigenen Stromkreis vor und leitet daraus die Bestückung der Verteilung ab; Materialliste und Kalkulation folgen daraus mit Ihren Katalogpreisen. Maße, Notizen und Detailfotos sitzen an der Stelle, Kunde und Monteur sehen den Rundgang im Browser.
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