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Zählerschrank und Unterverteilungen kalkulieren: abgeleitet oder pauschal?

Leitungsschutzschalter und FI lassen sich aus den Stromkreisen ableiten. Der Zählerschrank selbst ist ein Pauschalpreis mit Montagetagen. Wie beides in einer Kalkulation zusammenpasst.

Bei der Kalkulation eines Elektroprojekts sind zwei Dinge leicht zu unterschätzen: die Verteilungen und der Zählerschrank. Die Unterverteilungen wachsen mit jedem Stromkreis, den Sie nachträglich einplanen. Der Zählerschrank ist ein Einzelposten, der mit Netzbetreiber-Vorgaben, Zuleitung und zwei Montagetagen schnell mehrere tausend Euro ausmacht.

Was sich aus den Stromkreisen ableiten lässt

Wenn jede Steckdose, jeder Leuchtenauslass und jeder Herdanschluss einem Stromkreis zugeordnet ist, ergibt sich die Bestückung der Unterverteilung fast von selbst:

  • je Stromkreis ein Leitungsschutzschalter mit passender Charakteristik,
  • FI-Schutzschalter nach Gruppen, mit einer sinnvollen Obergrenze an Stromkreisen je FI,
  • Reihenklemmen und Verdrahtung je Stromkreis,
  • ein Gehäuse mit ausreichend Reihen inklusive Reserve.

Diese Ableitung ist wiederholbar. Kommt später ein Stromkreis dazu, wächst die Bestückung mit, und die Materialliste bleibt konsistent.

Warum der Zählerschrank anders ist

Für den Zählerschrank funktioniert die Ableitung nicht. Zählerplätze, SLS, Überspannungsschutz und APZ-Feld richten sich nach den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers, das Gehäuse wird als Komplettsystem bestellt, und die Montage dauert nicht Minuten, sondern Tage. Realistisch kalkulieren Sie hier:

  • den Schrank als Pauschale nach Angebot des Großhändlers,
  • die Zuleitung vom Hausanschlusskasten in Metern samt Schellen und Verschraubungen,
  • die Montage in Personentagen, zum Beispiel zwei Monteure für anderthalb Tage,
  • Anmeldung, Messung und Prüfprotokoll.

Die Falle: Doppelzählung

Wer beides kombiniert, zählt gern doppelt: Die Ableitung rechnet für die Verteilung „ZV“ ein Standardgehäuse hinzu, und die Pauschale enthält den Schrank noch einmal. Die Regel sollte lauten: Sobald der Schrank als eigenes Bauteil mit Preis und Montagezeit erfasst ist, entfällt für diese Verteilung das abgeleitete Gehäuse. Schutzorgane, Aktoren und Klemmen bleiben abgeleitet, weil sie tatsächlich aus den Stromkreisen folgen.

Reihen mit Reserve planen

Für Unterverteilungen empfiehlt sich eine Reserve von rund dreißig Prozent an Teilungseinheiten. Wenn Sie bewusst größer planen, etwa ein fünfreihiges Gehäuse für eine Wohneinheit, sollte die Kalkulation dieses Gehäuse übernehmen und nicht auf das rechnerische Minimum zurückfallen. Zu kleine Verteiler sind der häufigste Grund für Nacharbeit beim ersten Nachrüsten.

So hilft RaumFaktum 360

Die Elektroplanung leitet aus den zugeordneten Bauteilen Leitungsschutzschalter, FI-Gruppen, Klemmen und Gehäusegröße je Verteilung ab und übernimmt eine größer geplante Reihenzahl in Material und Kalkulation. Ein Zählerschrank wird als Bauteil „Verteiler / Zählerschrank“ im Rundgang gesetzt, der Verteilung zugeordnet und mit Pauschale, Zuleitung und Montagestunden als eigene Positionen kalkuliert; das abgeleitete Gehäuse dieser Verteilung entfällt dann automatisch. Der Verteilerplan als PDF zeigt Stromkreise, FI-Gruppen und die Bestückung je Verteilung.

Ein Projekt anlegen und die Elektroplanung ausprobieren: https://360.raumfaktum.de/register.

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